Ausgangslage
Ein produzierendes Unternehmen der Lebensmittelindustrie stand vor der Entscheidung, einen alten erdgasbetriebenen Dampfkessel durch eine neue Anlage zu ersetzen. Statt unmittelbar in einen weiteren fossilen Dampfkessel zu investieren, sollte zunächst geklärt werden, wie die zukünftige Wärme- und Energieversorgung wirtschaftlich, resilient und klimafreundlich gestaltet werden kann.
Der geplante Kesseltausch wurde daher zum Ausgangspunkt für eine grundlegende strategische Neuausrichtung.
Umsetzung
In einem Visions- und Strategieworkshop entwickelten wir gemeinsam mit den Verantwortlichen eine Klimavision und übersetzten sie in konkrete Handlungsfelder. Daraus entstand das Projekt „Gasfrei“ mit dem Ziel, die Abhängigkeit von Erdgas schrittweise zu beenden und langfristig eine klimaneutrale Produktion zu ermöglichen.
Auf Grundlage technischer Analysen wurde die gesamte Wärmeversorgung betrachtet. Dabei konnten zahlreiche bislang ungenutzte Abwärmequellen und Energieeinsparpotentiale identifiziert werden.
Aus den Ergebnissen wurde ein ganzheitliches Energieeinspar- und Energieversorgungskonzept entwickelt. Dieses verbindet Energieeffizienz, Abwärmenutzung, Wärmepumpen und erneuerbare Eigenerzeugung. Der strategische Impuls führte darüber hinaus zu weiteren Projekten – unter anderem zur Planung einer eigenen Windenergieanlage.
Mehrwert
Aus einer zunächst rein technischen Ersatzinvestition entstand eine langfristige Transformationsstrategie. Der alte Dampfkessel soll am Ende des Prozesses nicht durch einen neuen erdgasbetriebenen Kessel ersetzt werden. Stattdessen wird der Wärmebedarf durch eine Kombination aus Effizienzmaßnahmen, Wärmerückgewinnung, Wärmepumpen und erneuerbaren Energien gedeckt.
Das Unternehmen verfügt damit über ein klares Zielbild und einen strukturierten Weg zu einer wirtschaftlichen und klimaneutralen Produktion. Gleichzeitig werden fossile Abhängigkeiten, Energiepreisrisiken und zukünftige CO₂-Kosten nachhaltig reduziert.
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2026
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